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Funktionsweise    
     
Airbag1   Airbag2
   
     

Die grundsätzliche Funktionsweise ist einfach:
Nachdem die Steuerelektronik auf der Basis von Daten der so genannten Airbagsensoren (i.d.R. Daten der Beschleunigungssensoren und der Fahrzeuggeschwindigkeit) einen für die Insassen gefährlichen Unfall erkannt hat, wird ein fester Treibstoff gezündet (bis 1995 meist Natriumazid, inzwischen durch azidfreie Rezepturen ersetzt), wodurch ein Kissen aus Nylon äußerst schnell in ca. 10 bis 40 ms aufgeblasen wird. Durch den Gasgenerator wird hauptsächlich Stickstoff erzeugt.

Seit 1995 werden vermehrt Gasgeneratoren mit zusätzlicher Druckgasflasche, so genannte Hybridgasgeneratoren, eingesetzt. Den Vorteilen einer geringeren Schadgasentwicklung und kühleren Füllgases stehen jedoch das höhere Gewicht, die Kosten und der benötigte Bauraum entgegen, so dass beide Systeme ihre individuellen Anwendungsgebiete gefunden haben.

Der Nylonsack hat ein bis zwei vom Passagier weg gerichtete Löcher (sogenannte Ventholes), durch welche die Luft beim Aufprall entweichen kann, damit der Passagier sanft durch einen nicht geschlossenen Ballon aufgefangen wird. Als Nebeneffekt kann sich dadurch der Luftsack in ca. 150 ms wieder vollständig entleeren und die freie Sicht wird nicht behindert.

"Window-Bags" (auch "Inflatable curtain" genannt) bleiben teilweise über 5 Sekunden lang aufgeblasen, um im Falle eines Überschlags länger Schutz zu gewähren.

   

 

   
  Airbag3  
   
     

Sicherheit

Der Airbag ist kein Ersatz für den Sicherheitsgurt, sondern nur eine Ergänzung!

Die Statistik zeigt, dass der Gurt weiterhin der Hauptlebensretter bei Autounfällen ist. Airbags erhöhen die Chance, einen Unfall zu überleben um weitere 30%. Dies gilt jedoch nur für angeschnallte Insassen.

Dennoch bergen Airbags auch Risiken, da sie durch eine Explosion in sehr kurzer Zeit entfaltet werden. Idealerweise befindet sich die Person nicht im Entfaltungsbereich des Airbags, sondern prallt erst auf den vollständig aufgeblasenen Airbag auf.



Gefahr besteht daher
  • für Babys in rückwärtsgerichteten Kindersitzen auf dem Beifahrersitz. Diese   Sitze dürfen daher nur bei abgeschaltetem Beifahrerairbag vorne benutzt
    werden.
  • für Kinder in Sitzerhöhungen, die sich mit den Beinen im Entfaltungsbereich
    befinden.
  • · für sehr kleine (unter 1,60 m) oder behinderte Personen, die nahe am Lenkrad sitzen.
  • für Personen in ungewöhnlicher Haltung, so genannter Out-of-Position,
    beispielsweise ein Beifahrer, der seine Füße auf dem Armaturenbrett abstellt oder in gebeugter Haltung Schuhe bindet.
  • für Rettungskräfte am verunfallten Fahrzeug, wenn der Airbag während der
    Rettungsarbeiten auslöst (siehe Weblinks).


Keine oder nur eine geringe Gefahr stellen Zigaretten, Pfeifen oder Brillen dar.

Diese fliegen normalerweise bereits durch den Aufprall, also noch vor der Entfaltung des Airbags, weg. Dass sie sich dann zum Zeitpunkt des Entfaltens des Airbags zwischen Airbag und Insassen befinden, ist sehr unwahrscheinlich. Aber selbst bei Sportbrillen, die nicht wegfliegen können, ist der großflächige Aufprall auf dem Airbag weitaus ungefährlicher als z.B. ein Aufprall auf dem Lenkrad.

   
 
     
  Kreisverkehrswacht Vechta e. V. | Bahnhofstraße 9 | 49377 Vechta | Telefon: 04441/943159 | E-Mail: info@verkehrswacht-vechta.de