Kinder    
     
     
 

Was Kinder wann können:

3 - 4 Jahre
Kinder haben Schwierigkeiten, ein fahrendes von einem stehenden Fahrzeug zu unterscheiden.
Sie meinen auch, ein Auto habe keinen Bremsweg.

6 Jahre
Kinder haben immer noch einen stark eingeengten Blickwinkel: Sie sehen etwa ein Drittel weniger als Erwachsene.
Sie können nach wie vor ihre Aufmerksamkeit nicht teilen und Unwesentliches nicht von Wesentlichem trennen

7 Jahre
Sie können rechts und links einigermaßen unterscheiden.
Sie beginnen, Vorstellungen, Wahrnehmungen und Gefühle voneinander zu trennen.

8 Jahre
Sie sind halbwegs sichere Fußgänger und entwickeln erste Grundfähigkeiten fürs Radfahren.
Sie können die Richtung von Geräuschen bestimmen und beginnen die Abhängigkeit von Größe
und Entfernung sowie Zeit und Entfernung zu begreifen.

mit 14 Jahren
Alle Fähigkeiten fürs Radfahren sind vorhanden. Kinder reagieren immer noch deutlich langsamer als Erwachsene. Sie haben immer noch Schwierigkeiten, Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen

 
     
   
     
     
Kind  

In Deutschland ist der Verkehrsunfall für Kinder nach wie vor Todesursache Nummer 1.
Über 50.000 Kinder kamen im Jahr 2001 in Deutschland bei Verkehrsunfällen zu Schaden, 300 von ihnen verloren dabei ihr Leben.

   
     

Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Ihre Fähigkeit, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten, wird von Eltern und Autofahrern oft überschätzt. Nach einer Umfrage sind fast 40 Prozent der Eltern von Schulkindern überzeugt, dass sich ihr Kind sicher im Verkehr bewegen kann. Die Unfallstatistik spricht eine andere Sprache.

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Kind  

Allein wegen ihrer Körpergröße sind Kinder häufig nicht in der Lage,sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Wer klein ist, sieht weniger und wird schlechter gesehen. Altersgemäß haben Kinder im Vergleich zu Erwachsenen ohnehin einen viel engeren Blickwinkel.
Ein herannahendes Auto können Kinder viel später wahrnehmen als Erwachsene.

   
     

Hinzu kommt die Möglichkeit unerkannter Sehschwächen.
Ein Sehtest in Schulen zeigte:
Fast jedes vierte Kind hatte 30 Prozent Sehschwäche. Bei jedem sechsten Kind lag die Sehkraft sogar unter 70 Prozent, das heißt: Sie sehen unscharf.

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Kind  

Doch selbst wenn Kinder ein Auto frühzeitig erkennen: Sie können mangels Erfahrung im Straßenverkehr weder Entfernung noch Geschwindigkeit richtig abschätzen. Gleiches gilt für das Fahrradfahren:
Auch wenn Kinder mit acht oder neun Jahren das Fahrrad fahrtechnisch beherrschen, sind sie noch längst keine erfahrenen Verkehrsteilnehmer. So ist es kein Wunder, dass die meisten Radfahrunfälle im Alter zwischen 10 und 14 Jahren geschehen - erzeugt durch falsches Verhalten im Straßenverkehr.

   
     

Besondere Schwierigkeiten haben Kinder in komplexen Situationen. So vergessen sie, dass sie zum Beispiel auf einer Mittelinsel nochmals warten und sich erst einmal orientieren müssen, ob die Straße frei ist oder nicht.
Und sie reagieren spontan auf starke Reize: Das kann ein Eiswagen auf der anderen Straßenseite sein oder ein Schulkamerad, der seinen Freund heranwinkt. Alle trainierte Vorsicht im Straßenverkehr ist dann vergessen. Meist laufen sie los, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten.

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Problematisch können auch Ampeln sein. Ist die Rotphase zu lang, siegt bald die Ungeduld, und das Kind läuft los, obwohl die Ampel noch rot zeigt. Bestärkt werden sie darin allzu oft durch das schlechte Vorbild von Erwachsenen, die bei Rot die Straße überqueren.

   
     
     
Dennoch:
In mancher Hinsicht sind Kinder erheblich realistischer als Erwachsene:

Fußgängerüberwege zum Beispiel empfinden Kinder laut einer Umfrage als “gefährlich”.
Die Hälfte von ihnen gibt an, dass Autofahrer nicht rechtzeitig anhalten - was ja leider auch den Tatsachen entspricht.

Deshalb: Autofahrer müssen viel mehr Rücksicht auf Kinder nehmen. Eltern sollten das Verhalten ihrer Kinder beobachten und korrigieren, ohne sie zu überfordern. Sie dürfen von ihnen nicht zu viel verlangen und sie nicht zu früh sich selbst überlassen.

   
     
Denn Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen.
  Kinder
   
     
     

Kinder als Radfahrer

   
     
  Kinder als Radfahrer  
   
     
Für die 8- und 9 jährigen Kinder gibt es Neuigkeiten!!!

Sie dürfen für das Radfahren den Bürgersteig benutzen.
Ist ein Radweg vorhanden, so darf sich diese Altersgruppe für Gehweg oder Radweg entscheiden.
Für alle Kinder unter 8 Jahren heißt es: Sie müssen auf dem Bürgersteig fahren. Selbst wenn ein Radweg vorhanden ist, weil sie rechtlich wie Fußgänger behandelt werden.

Viele Kinder können es gar nicht erwarten, mit dem Fahrrad zu fahren.
Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass viele Kinder ihren Drahtesel gar nicht richtig beherrschen und häufig viel zu früh am Straßenverkehr teilnehmen.
Für viele Ungeübte endet das Abenteuer Radfahren böse - jährlich kommen tausende Kinder bei Radfahrunfällen zu Schaden.
Vereinigungen Deutsche Verkehrwacht e.V. (DVW) weisen immer wieder darauf hin, dass Eltern, die ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule schicken, eine erhöhte Verantwortung tragen und zum Schutz der Jungen und Mädchen eine Menge an Vorleistungen erbringen müssen.
Bevor Kinder mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen, sollten sie die Schule des Radfahrens absolvieren.
   
     
     
  Damit Kinder auf und nicht unter die Räder kommen, nennt Ihre Verkehrswacht acht wichtige Regeln, die Eltern mit den Kindern einüben sollten, um sie auf drohende Gefahrensituationen im Fahrradalltag richtig vorzubereiten:

Regel 1:
Nur starten, wenn die Straße frei ist.
Nie einfach drauflos fahren, sondern nur, nachdem man sich richtig umgesehen hat. Eine Regel, auf die Eltern ihre Kinder immer wieder aufmerksam machen sollten.
Regel 2:
Spur halten und sicher geradeaus fahren.
Üben lässt sich das Spurhalten am besten auf einem freien Platz mit einer markierten engen Gasse, die das Kind zu befahren lernt.
Regel 3:
Handzeichen geben!
Denn Autofahrer müssen erkennen können, welche Richtung Radfahrer einschlagen wollen. Nur so sind Unfälle zu vermeiden.
Regel 4:
Sicheres Kurvenfahren!
Damit im Straßenverkehr keine kritischen Situationen entstehen und man nicht in die Mitte der Fahrbahn gerät, sollte man mit den Kindern auch das Kurvenfahren üben. Wichtig ist, dass sie es auch mit ausgestrecktem Arm beherrschen.
Regel 5:
Balance beherrschen!
Denn nicht überall gibt es Radfahrwege. Deshalb ist es wichtig, dass das Kind zum Beispiel auch am Randstreifen die Balance behält. Zum sicheren Fahren gehört auch das Balancehalten beim einhändigen Fahren, weil man mit der anderen Handzeichen gibt.
Regel 6:
Im Verkehrsfluss sicher und deutlich fahren!
Zum deutlichen Fahren gehören der Blick über die Schulter und stets ein Handzeichen. Vor einem Spurwechsel, das sollten Eltern ihren Kindern einschärfen, sind der Schulterblick und das Handzeichen absolute Pflicht
Regel 7:
Ausweichen üben!
Ist es zum Bremsen zu spät, zum Beispiel, weil ein Autofahrer plötzlich die Tür aufreißt, muss man auch mit dem Rad einen Haken schlagen können. Auch dies bedarf des Trainings.
Regel 8:
Bremsen auf den Punkt!
Bevor ein Kind allein am Straßenverkehr teilnimmt, sind Bremsübungen auf verschiedenem Untergrund und in verschiedenen Situationen absolut zu empfehlen. Nur so gewinnt das Kind das Gefühl für Geschwindigkeit und Verzögerung und mehr Fahrsicherheit.
 
     
   
     
     
Fazit: Nur Übung macht den Meister.

Vor dem Start in den Straßenverkehr sollten Eltern mit ihren Kindern möglichst auf einem freien Platz oder auf Wegen üben.
Nur wer achtmal Acht gibt, wird sicher auf dem Fahrrad unterwegs sein.
Dies gilt übrigens nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene, die längere Zeit nicht mehr auf dem Fahrrad gesessen haben.

Kinder sollten ohnehin so spät wie möglich mit dem Radfahren beginnen. Als Alternative bietet sich der Kinderroller an. Erst im Alter von fünf Jahren beginnt ein Kind ansatzweise, die für das Radfahren notwendigen Fähigkeiten miteinander zu koordinieren. Und auch dann braucht das Kind noch Jahre, um wirklich sicher radfahren zu können.