Quad und Trike

Vorläufer der Quads waren ursprünglich von Honda entwickelte, dreirädrige ATC. Absatzmarkt waren die USA, hier tauchten die anfangs noch dreirädrigen Fahrzeuge als erste auf. Die Dreiräder waren zunächst nur als Fun-Gefährte für die südkalifornischen Wüsten gedacht.

Trike Quad

Die Fahrwerksgeometrie dieser Dreiräder ist extrem gewöhnungsbedürftig. Die Kraft wird auf eine starre Hinterachse übertragen, auf der zugleich das meiste Gewicht des Fahrers lagert. Das vordere Rad ist kaum belastet, wird beim Gasgeben sogar regelrecht entlastet. Kontrollierte Lenkbewegungen sind somit beinahe unmöglich. Die Folge waren zahlreiche schwere Unfälle in den USA. Die Verbraucherschützer setzten schließlich ein Vertriebsverbot für diese Dreiräder durch.

Da der Markt jedoch zu lukrativ schien, entschärfte die Firma Suzuki die Fahrzeuge, spendierte ihnen ein viertes Rad und schuf damit das erste Quad, die Suzuki LT 125. Mit der Zeit wurde der Aufbau der Fahrzeuge, zum Beispiel die Federung oder die Motoren, immer weiter verbessert. Sie wurden zunächst von Bauern für die Arbeit auf ihren großen Weiden, dann als Transportfahrzeug und später auch als Sportgerät eingesetzt. Im Sportbereich setzt sich das Quad immer weiter durch, inzwischen werden in vielen Ländern offizielle Quad-Meisterschaften ausgefahren.

Die Fahrzeuge werden in der Regel als reines Geländefahrzeug nach Europa importiert und müssen für die Straßenzulassung aufwändig von den Importeuren bzw. Händlern umgerüstet werden. Bei der Umrüstung werden Scheinwerfer, Blinker, Bremslichter, Standlicht und Tacho nach EC-Norm angebaut.

Da Quads ähnlich wie ein Motorrad einen hohen Schwerpunkt haben, sich jedoch nicht wie diese in die Kurve neigen können, sind Quads bei schnellerer Kurvenfahrt für ungeübte Fahrer recht kippgefährdet.

Quads sind per Definition keine „Zweiräder“, damit ist in Deutschland die Fahrerlaubnis Klasse B wie für PKW erforderlich. Das Mindestalter zum Erwerb beträgt 18 Jahre, gleich, welchen Hubraum oder welche Leistung die Fahrzeuge haben. Aufgrund der stark gestiegenen Zulassungszahlen wurde am 1. Februar 2005 die nationale EU-Führerscheinklasse S eingeführt, die 16-Jährigen auch das Fahren von Quads mit einem Hubraum bis 50 cm³ (Versicherungskennzeichen) erlaubt.

Bei der Zulassung, abhängig vom Importeur, unterscheidet man in Deutschland:
Zugmaschine. Der Vorteil der Zugmaschinenzulassung liegt in der eingetragenen offenen Leistung.
4-rädriges Kfz zur Personenbeförderung (VKP). Hierbei ist eine maximale eingetragene Leistung von 21 PS möglich.


Für die Abnahme nach § 21 StVZO ist nur der TÜV zuständig (DEKRA nicht). Viele Hersteller bieten bereits Fahrzeuge mit EU-Homologation an, das heißt, eine Fahrzeugabnahme wird nicht notwendig.

Seit dem 21. Dezember 2005 gibt es durch den kurzfristigen Beschluß des Bundesrates eine gesetzliche Helmpflicht. "Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen.“ So weit die 40. Verordnung zur Änderung der straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften vom 21. Dezember 2005, die ab sofort in Kraft tritt. Damit sind die Fahrer von Quads und ATV den Roller- und Motorradfahrern gleichgestellt.

Seit dem 1.Januar 2006 gilt in Deutschland eine allgemeine Helmpflicht für Quads, ATV´s und Trikes gemäß § 21a StVO. Jeder muss bei einer Fahrt einen Helm tragen, egal ob es im Fahrzeugbrief steht oder nicht.