Wildwechsel

Wildwechsel Vorsicht Wildwechsel !

In der morgendlichen und abendlichen Dämmerung sind die Gefahren besonders groß mit Wildtieren zu kollidieren. Wildwechsel










Herbstzeit ist Wildwechselzeit!
Die Gefahr durch Rehe, Hirsche, Wildschweine und Füchse ist in der Abenddämmerung und im Morgengrauen besonders hoch. Dann kreuzen die meisten Tiere die Fahrbahn.
Gerade zwischen 5 und 8 Uhr früh und abends zwischen 17 und 22 Uhr empfiehlt es sich, die Geschwindigkeit besonders auf Landstraßen deutlich zu drosseln. Wenn tatsächlich Wild die Fahrbahn versperrt, heißt es:
Sofort abblenden, damit die Tiere einen Fluchtweg finden können. Auf Fernlicht reagiert Wild häufig irritiert. Besser ist es, mehrmals kurz zu hupen.

Ausweich- und Bremsmanöver können mit Blick auf den entgegenkommenden und nachfolgenden Verkehr zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Deshalb sollte der Zusammenstoß mit einem Feldhasen eher in Kauf genommen werden als ein durch Ausweichmanöver verursachter Crash mit einem anderen Auto.

Ein weiterer Grund für folgenschwere Begegnungen ist die Unkenntnis über das instinktive Verhalten von Wildtieren, die häufig in Rudeln die Straßen überqueren. Deshalb muss ein Autofahrer damit rechnen, dass einem Reh weitere folgen.

Tiere wählen nicht unbedingt den kürzesten Weg über die Fahrbahn, sondern flüchten vor dem Auto her oder sind so verstört, dass sie auf die Fahrbahn zurückspringen und im blendenden Kegel des Scheinwerferlichts plötzlich stehen bleiben.
Kommt es dann zu einer Kollision, können die Folgen fatal sein.

Bereits bei einer Geschwindigkeit von rund 50 km/h entwickelt ein 20 Kilogramm leichtes Reh ein Aufprallgewicht von fast einer halben Tonne - das entspricht etwa dem Gewicht eines Pferdes. Und ein 80 Kilogramm schweres Wildschwein "wird" zu einem 2000 Kilogramm schweren Koloss

Wildwechsel

Es ist passiert:
Das Auto steht quer auf der Straße, Ihnen schlottern die Knie, dem Reh konnten Sie nicht mehr rechtzeitig ausweichen.

Das müssen Sie nach einem Wildunfall tun:
Nach einem Wildunfall muss der Fahrer sofort die Unfallstelle sichern:
Wagen am Straßenrand abstellen, Warnblinkanlage anschalten und Warndreieck in genügend großem Abstand aufstellen.

Ein Wildunfall muss grundsätzlich der nächsten Polizei- oder Forstdienststelle gemeldet werden. Schadensersatz von der Versicherung gibt es nämlich nur mit einer schriftlichen Bestätigung der zuständigen Behörde. Schließlich muss der Schaden innerhalb von sieben Werktagen der Kaskoversicherung gemeldet werden.

Welche Versicherung zahlt welchen Schaden?
Die Teilkaskoversicherung der meisten Versicherer leistet, wenn es sich um einen Zusammenstoß mit Haarwild handelt, also zum Beispiel Reh, Wildschwein, Fuchs oder Hase (Wildschadenklausel). Darüber hinaus gibt es Versicherer, die Unfälle mit Tieren aller Art entschädigen.
Da der Versicherungsnehmer den Unfall nachweisen muss, sollte er Kollisionsspuren am Fahrzeug auf keinen Fall entfernen. Das erleichtert ggfs. die Ermittlungen der Polizei und dem Kfz-Sachverständigen der Versicherung.
Wer einem Tier ausweicht und dabei mit seinem Fahrzeug in den Graben fährt, bekommt von der Vollkaskoversicherung den Schaden erstattet. Die Teilkaskoversicherung leistet nur dann, wenn das Ausweichmanöver eine so genannte “Rettungshandlung” war, die einen noch größeren Schaden verhinderte: zum Beispiel das Ausweichen vor größerem Wild wie Reh, Hirsch oder Wildschwein.

Eine Kollision mit diesen Waldbewohnern kann für den Fahrer nicht nur gefährlich, sondern auch teuer werden. Bei Niederwild wie Hase oder Fuchs sollten Autofahrer jedoch nicht ausweichen, sondern lieber den Aufprall in Kauf nehmen.

Generell gilt:
Versicherte, die Wild ausweichen und deshalb einen Unfall verursachen, müssen nachweisen, dass ein Zusammenstoß mit dem Tier unmittelbar bevorstand. Ohne Zeugen kann das allerdings schwierig sein.

Weitere Hilfe bei der versicherungstechnischen Abwicklung bietet ein Foto von der Unfallstelle.

Vorsicht ist geboten, wenn bei einer Kollision Raubwild getötet wird. Nur wer Tiere wie Füchse oder Marder mit Schutzhandschuhen anfasst, um sie aus Gefahrenzonen zu bringen, kann sicher sein, dass sich Tollwut oder Fuchsbandwurm nicht übertragen.

Übrigens:
Überfahrene Tiere dürfen nicht als willkommener Wildbraten mitgenommen werden. Ein solches Delikt wird als Wilderei gewertet und bestraft